23.04.2019 in Wahlkampftagebuch

"Spaziergang vor Ostern." vom 20.04.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Der österliche Friede währt auch über jenen, von denen nicht bekannt ist, woran sie glauben müssen sollen, die auch in der stillsten Nacht im Jahr ungehindert ihre tweets und likes an ihre follower verschicken – diese unaufgefordert machtlosen Wortträger, die nicht nur sich nichts zu sagen haben.

Ich muß mich fast wiederholen: ein erster Monat Wahlkampf ist verstrichen, und es zeichnet sich nur wenig ab, daß dieser heißer werden könnte, die eigene Wahlkampfmaschine abgesehen, die doch immer mehr auf Touren kommt.

Inmitten der sonnigen Aulendorfer Fluren findet sich mehr als ein Dutzend Interessierte zu einer Ortsbegehung der anderen Art: dort, wo irgendwann einmal neue Bauplätze im Gebiet „Buchwald" entstehen sollen. Auch wenn sich die Planung noch in einem frühen Stadium befindet, interessiert dieses Thema die Menschen und sie machen sich vielfältige Gedanken – nicht nur wegen der möglichen Verkehrsbelastung, sondern auch, wie künftige Entwicklungsachsen aussehen könnten.

Das ist eben der Unterschied in unserer Kampagne: wir gehen hinaus zu den Menschen und interessieren uns für deren Themen. Die frontale Dauerbeschallung mit Worthülsen überlassen wir anderen und deren Mitläufern.

17.04.2019 in Wahlkampftagebuch

"Wiesso seid ihr für Artikkel 13?" vom 15.04.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Ich bewundere alle unsere Kandidatinnen und Kandidaten am Dialog-Stand der SPD. Anders als die anderen Listen stellen wir uns wöchentlich der Diskussion und dem politischen Streit der Sache wegen an unserem frischen Dialog-Stand. Über das Wetter reden wir dabei nur, wenn es schön ist.

Es verlangt Detail-Kenntnis, Verve und ... Spontaneität. Unsere Wählerinnen und Wähler sind bestens vorbereitet, konfrontieren uns durchaus mit (auch für uns) kritischen, wenigstens aber streitsamen Positionen, sparen nicht mit Kritik und verteilen durchaus auch Anerkennung. Das trägt dann für eine ganze Weile; die CDU braucht dafür eine ganze Hundertschaft Getreuer von der Jungen Union. Aber ich will nicht abschweifen.

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten zeichnet aus, daß sie sofort auf Argumentations-Modus umstellen können. Etwa, wenn jemand ganz unvermittelt bemängelt, daß wir für Artikel 13 gewesen seien. Erst später stellt sich der Zusammenhang heraus: es handelt sich um den der EU-Urheberrechts-Novelle. Aber da ist nichts zu korrigieren, selbst wenn die Adressatin längst weit weg in der nächsten App ist: Nein, ich beteilige mich nicht am Raub geistigen Eigentums. encourage creativity!

Häufiger ist jedoch die durchaus freundliche Aussage "ich bin nicht von hier.." Der Kopf sinkt ermattet hernieder, doch die Antwort erstaunt: "ich bin aus Zollenreute ..." In diesem Moment rufe ich aus: "Ihr Ersatzbewerber anderer Listen! Reißt auch diese Mauer nieder!". Aulendorf ist mehr als nur seine vier Teile. Aulendorf ist ein Ganzes. Aber das steht zum Glück ganz schön in unserem Wahlprogramm.

15.04.2019 in Wahlkampftagebuch

"Habeck ante portas." vom 12.04.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Ein Gespenst geht um. Auch hierzulande, vor und hinter dem Bahnhof. Überall. Alle Zeitungen haben es groß gebracht, auch die „Schwäbische Zeitung“. Kein anderer als Robert Habeck von den Bündnis-Grünen hält Enteignungen für ein mögliches Mittel, um der allerorts grassierenden Wohnungsknappheit zu begegnen. Wäre dieser Vorschlag von anderer Seite aus gekommen, respektive von Andrea Nahles oder gar Sarah Wagenknecht, dann wäre der Aufschrei ungeheuer gewesen. In Tannhausen hätte man wohl vorsorglich die Fenster mit Bretterverschlägen gesichert. So aber geht alles wieder seiner Tagesordnung nach, der Gemeinderat in Aulendorf übt sich in beständigeren Themen, läßt Brücken schlagen und das Kornhausareal bleibt wie es ist: eine öde, weite Leere.

Bevor wieder das Telefon klingelt: Die Liste formerly known as B.U.S. hat natürlich nichts mit solchen Ideen zu tun. Dort ist man – Gründung eines grüneren Ortsverbandes und personelle Identität beider Sektionen hin oder her – noch nicht auf Gedanken gekommen.

Gleichwohl: Wenn es bei mir nach dem Postboten nochmals läutet, weiß ich sofort, daß nur die formerly known(s) vor der Tür stehen können. Bevor sie auch nur die eine Silbe von der „Ent…“ sprechen können, bekommen sie von mir einen Hagebuttentee angeboten. 
Das ist doch wirklich fair gehandelt. 

12.04.2019 in Wahlkampftagebuch

"Kosmische Hintergrundstrahlung" vom 09.04.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Der zweite Satz von Juri Gagarin aus der Erdlaufbahn hat nie die Berühmtheit des ersteren erlangt, daher sei er in voller Länge zitiert: „Das Weltall ist dunkel, Genossen!“. Derart angesprochen, wage ich den Blick aus meinem kommunalpolitischen Kellerloch, in der Hand die vom Winken welk gewordene künstliche Sonnenblume: Nacht ist draußen.  

Aber dann kommt das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels, denn nach langen Wochen ist die Aulendorfer CDU endlich wieder online. Eine sensationelle Leistung kündigt sich an: satte, farbenfrohe Wiesen, Aulendorf im besten Strahlenlicht, alles pappsatt, alles prima und nach dem CDU-obligaten Grußwort eine schmissige Unterschrift in blau. 

Die Inhalte hingegen sind bekannt. Das Grußwort ist nahezu identisch mit dem von 2014, 2011 und dem nach Waterloo – man dankt und ist mit sich und den Seinen im Reinen. Der Fotorundgang hat den diskreten Charme einer Wahlkabine vor 18.00 Uhr: Aulendorf ist zu einer menschenleeren Stadt geworden, Spielplätze ohne Kinder, ein Bahnhof ohne Zugreisende und dergleichen mehr. Aber zum Glück gibt es noch ordentlich aufgereihte Kandidatenportraits und Statements, die nur einen Inhalt haben: Konsoliderung, Konsolidierung und nochmals Konsolidierung.

John Wayne beschrieb es dereinst so: „Wenn das Pferd tot ist, ist es Zeit, vom Sattel zu steigen!“. Wenn die CDU ihr Ankerthema gefunden zu haben glaubt, wird das Pferd noch lange zu traben haben. 
 

10.04.2019 in Wahlkampftagebuch

"Säbelkunde ohne Podium" vom 08.04.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Wahlkämpfe sind keine Gelegenheit für Kant-Zitate. Wer will heute noch kategorisch sein und sich Zeit nehmen für einen Wind und Wetter (und dem Klassenfeind) ausgesetzten Wahlstand, der bei uns ganz schmuck Dialogstand heißt? Aber ich will nicht klagen: Es bestand doch mehr Interesse oder Neugierde, als die ersten Vermutungen hätten erwarten lassen.

Was tun? Was also, wenn sich – ob zaghaft, zweifelnd oder herausfordernd – der erste potentielle Wähler, die interessierte Wählerin dem roten Stand nähert? Wie bekomme ich den Flyer direkt und mit Erfolg überreicht?

Rudolf Bindig, SPD-Urgestein und mit der Erfahrung von gefühlt 48 Bundestagswahlkämpfen beseelt, gab früher durchaus gerne praktische Handlungsanweisungen. Wie war das doch gleich: dem Passanten auf keinen Fall zu nahe kommen, aber mit einem leichten Ausfallschritt und dem Stand im eigenen Rücken den Fluchtweg abschneiden, was am besten gelingt, wenn man mit der gleichzeitigen Blickaufnahme signalisiert: ich bin bereit! Und dann kommt der zentrale Zug: die rechte Hand mit dem Flyer schießt nach vorne wie eine Fechtbewegung, wobei der Flyer in einem extre flachen Winkel gehalten werden soll – das unterscheidet uns von den Schwarzen, die verwenden immer den rechten Winkel. Dergestalt überrascht, bleibt dem so Angesprochenen keine andere Wahl mehr, als zuzugreifen. Punktsieg. q.e.d und MdB.

Die Praxis zeigt eine realistischere Trefferquote, aber diese genügt vorerst. Die Primeln am Nachbarstand leuchten dafür in schönem Rot – trotz Nieselregens.

05.04.2019 in Wahlkampftagebuch

"Bebel in Aulendorf" vom 04.04.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Jetzt also auch noch Sissi. Es hatte ja kommen müssen, die Wiederkehr des Royalen. Da gab es vor 100 Jahren eine Revolution, die keine ganze sein durfte, und jetzt verkünden überall Plakate ausgerechnet diesen Namen. Und dann auch noch falsch geschrieben, denn die richtige hieß nur „Sisi“. 

Die Stadt in launiger Feierstimmung, man gibt sich groß und als Teil der vorderösterreichischen Palatschinken-Dynastie. Fehlt nur noch, daß das Schlossfest einem großen „Sissi“-Weihespiel zu weichen hat: Festakt, Umzug, stramm paradierende Listenbewerber – nur der Weissbierausschank weicht dem Anlaß entsprechend einem Kir royale

Nein, die Aulendorfer SPD wird in diesem weit hergeholten Kitsch-Spektakel nicht den Schurken spielen. Wir weisen die Rolle des uns angedachten Anarchisten mit der Eisenfeile zurück. 

Von August Bebel, einer der wenigen Lichtgestalten der frühen Arbeiterbewegung, ist verbürgt, daß er im Jahr 1902 am Bodensee weilte. Zeit- und standesgemäß reiste er mit der Eisenbahn an, von Berlin kommend vielleicht auch durch Aulendorf. Nichts davon ist überliefert. Vielleicht stieg Bebel während des sechsminütigen Zughaltes aus, schaute zum Schloss hinauf und dachte: „Sieh‘ an, die Sisi!“. Aber die Geschichte kam ganz anders: Keine Sisi, keine Royals an Gleis 13, dafür ein modernes WC. Zu Bebels Zeiten hingegen hätte man es Abort genannt.
 

01.04.2019 in Wahlkampftagebuch

"Keine blaue Stunde." vom 01.04.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Trotz aller öffentlichen Korrekturlesungen unterlaufen auch uns immer wieder Fehler. Das ist bedauerlich, macht uns aber auch irgendwie … menschlich. Und auch auf unserer Homepage soll es menscheln. Doch genug davon.

Gerne stelle ich richtig, daß es „Wildecker" Herzbuben heißt. Ansonsten widerrufe ich nichts. Doch bei dieser Gelegenheit habe ich mir den Liedtext jenes unschlagbaren Gassenhauers „Herzilein" angesehen, der das Zeug hat, von einer anderen Liste in dem uns bekannten Wahlkampf als geradezu menschelndes Wahlprogramm aufgegriffen zu werden. Man stelle sich das Bild vor: Sonnenblumen schwenkende Ersatzbewerber singen ergriffen folgende Verszeilen:

„Da ist schon der Bahnhof und das alte Wirtshaus! / ich geh' noch einmal 'nein / ich glaub / ich könnt' noch ein Glas'l vertragen / ach was / ich lass' es sein. / Alles bewegt sich. Der Kirchturm / er dreht sich / das hat der Wein gemacht. / Ich weiß / du wartest schon seit Stunden / und liegst bestimmt noch wach…"

Finis.

Und ich sag ganz lieb: April, April.

 

31.03.2019 in Wahlkampftagebuch

"Fakten, Fakten, Fakten!" vom 30.03.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Natürlich denken wir immer an den Wähler. Und an die Wählerin. Tag und Nacht. Bei Sebastian Vosseler, einem unserer Kandidaten für die Gemeinderatswahl, geht der Wecker dafür schon morgens um 5 nach 5 los. Aber keine Sorge: er ist rechtzeitig zum ersten Dialog-Stand der Aulendorfer SPD gekommen. In frischer, klarer Frühlingsluft und unter einem gar heiteren Himmel. Kaiserwetter hätten das früher andere Kreise genannt, aber die Sozialdemokraten waren solchen Beschreibungen noch nie sonderlich zugetan. Üben wir uns also in Demut. Aber nicht in der Art eines Markus Söder (nicht auf unserer Liste), der solchermaßen erst nach einer verlorenen Wahl für sich erkennt. Nein, wir sind da ganz erdverbunden und dienen jetzt schon. 

Wie auch unsere Präsente: Minzbonbons mit dem Konterfei von Regine Hildebrand z.B. wechseln gern und oft den Besitzer, dazu noch als Beigabe unser eben fertiggstellter Flyer. Nur Käpt'n Iglo (Name geändert) mag heute nichts nehmen. Muß er auch nicht, denn es gibt ja noch zahllose Gelegenheiten.

28.03.2019 in Wahlkampftagebuch

"Du mußt den Ausputzer machen!" vom 27.03.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Unser Verteiler für Presseaussendungen wird immer größer. Nur niemanden vergessen, der wichtig ist, sonst gibt das eine schlechte Presse. Wer auf der Liste steht ist streng geheim. Aber als Freunde der brutalstmöglichen Offenheit verraten wir heute, daß Bruno Sing, Donald Trump und die Wildegger Herzbuben auch weiterhin keine Pressemitteilungen von uns erhalten werden.

Und Robin Halle? Robin, who? Auch der nicht. Wobei er sich wenigstens ungefragt zu Wort meldet, das muß man ihm schon lassen, dem Postillon d’amour des Südfinders. Klagte er doch in der heutigen Ausgabe, daß „nur Frau zu sein reicht nicht". Aber das war nicht gegen unsere Liste gemeint, sondern gegen die der Ravensburger CDU. Und einmal in Fahrt, immer in Fahrt: „Bei aller Vorfreude auf mehr holde Weiblichkeit im Gemeinderat …" Aha!

Bei der/die/das B.U.S. ereignet sich dergleichen nicht, da herrscht eiserne Disziplin. Meint die Schwäbische Zeitung, und nicht etwa Robin, who? Aber dieser übt sich bereits im generischen Femininum, lernt die Namen der Ersatzbewerber der Aulendorfer Listen auswendig und letztlich den Satz von Herbert Wehner: die Steigerung von Quatsch ist „Quätscher".

Und morgen lernen wir, wie sich Sonnenblumen frisch aus sonnigen Landen per Flugzeug importieren lassen. Ganz klimaneutral, selbstverständlich. Oder schwenken B.U.S.-Bewerberinnen etwa Blumen aus … Plastik?

27.03.2019 in Wahlkampftagebuch

"'Nomina nuda tenemus" vom 26.03.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Hans-Peter Reck, seines Zeichen Doktor der Primzahlen wenn er nicht gerade CDU-Stadtpräsident ist, gerät nur bei wenigen Zahlen ins Schwärmen: 18 gehört unzweifelhaft dazu. Es mag Glück oder auch harter Arbeit zu verdanken sein, daß die CDU eine volle Liste für die Gemeinderatswahl aufstellen konnte.

Die SPD nicht weniger.

So mußten sich die anderen Listen in der gleichen Weise erklären und - wen hätte es überrascht - in letzter Sekunde auch die Freien Wähler. Ganz schnell mußte es gehen, quasi im Minutentakt und fast im Geheimen, da die Versammlung im Vorfeld nicht beworben wurde. Auch wenn diese letzte Bewerberliste nur 14 Plätze aufweist und die beiden Frauen sich für den Bildauftritt hatten entschuldigen lassen, ergibt das Rechenspiel nunmehr ganze 68 Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein kommunalpolitisches Amt bewerben. Das kann sich sehen lassen, selbst wenn die Zahl keine Primzahl ist.

Günter Spähn kann diese Diskussion nicht erschüttern. Der Stammtisch hat sich zu später Stunde hin geleert. In 30 Jahren Gemeinderatszugehörigkeit sind viele Namen gekommen und wieder gegangen. Was davon bleibt? Spähn betrachtet den Rest in seinem Bierkrug: Das müssen andere entscheiden.

25.03.2019 in Wahlkampftagebuch

"Dunkel war's, der Mond schien helle ..." vom 25.03.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Zeilenschreiben ist auch in Wahlkampfzeiten ein einsamer Job. Aber ich will nicht klagen. Niemand in unserem Wahlkampfteam, das in Wahrheit die gefühlte Größe einer mittleren Division haben muß, hat ein Übermaß an freier Zeit und zudem noch andere, drängende Aufgaben.

Und doch: die jetzt neu lancierte Seite www.aulendorf-spd.de füllt sich immer mehr mit Inhalten, Artikeln und Leben. Und vieles von dem, was bereits in fester Planung ist, kommt noch. 

Ganz besonders freut mich 

Und die anderen Parteien? Sie schweigen. Die CDU hat sich im Internet vom selbigen genommen und die Freien harren der Dinge, die da mal waren. Und die "Schwäbische Zeitung" meldet heute wenigstens unter der Schlagzeile "Peter Orloff und Kosaken-Chor treten auf!". Hätte zu dem/r/s B.U.S. gepasst. Soweit ist es aber doch nicht mehr gekommen. Es mußte eben wieder irische Musik sein.

(Abgang)

24.03.2019 in Wahlkampftagebuch

"Nicht auf Rosen gebettet" vom 23.03.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

EZ, Kü, Bad, NK-Vz, Gar, Makl. Prov., MM Kaut. u.s.w. Ein Blick in den Immobilien- und Vermietungsteil - so heute Morgen geschehen bei der "Schwäbischen Zeitung" - verbreitet wenig lyrische Anwandlungen. Mit einem Wort: der Aulendorfer Wohnungsmarkt ist und bleibt leergefegt. Spitzwegs "armer Poet" wäre seine letzte Prosa versagt geblieben.

Und daran wird sich nichts ändern. Erst letzte Woche wurde im Gemeinderat der neue Mietspiegel verabschiedet. Die auffallend kurze Debatte blieb emotionslos, da wohl vielen der Unterschied zwischen einfachem und qualifiziertem Mietspiegel schlichtweg nicht bekannt war. Aber das ist nur eine Vermutung. Keine solche ist hingegen, daß auch infolge des Mietspiegels eine nächste Mieterhöhungslawine auf uns zukommen wird und sich dann erneut Zwänge wie Nöte kritisch darstellen, wo denn eigentlich der soziale Wohnungsbau oder bezahlbares Wohnen bleibt. Da hätte angesichts anderer -populistisch vorgetragenen Forderungen- eigentlich ein Aufschrei durch den Gemeinderat gehen müssen.

Ist er aber nicht.

Es ist für uns in der Wahlkampagne wichtig, dieses drängende Thema aufzugreifen, zu benennen und zur "Chef-Sache" zu machen. Es genügt nicht Anstöße zu geben, sondern Taten umzusetzen.

22.03.2019 in Wahlkampftagebuch

"Ist hier kein Handy-Empfang?" vom 21.03.2019

 

Von Joachim Marcel Stehle

Zwischen zwei Terminen finde ich Gelegenheit, eine Sitzung des Ortschaftsrates in Zollenreute zu besuchen. Auch wenn die Sitzung eher übersichtlich ist und erst mit einiger Verspätung beginnt - mich beeindruckt doch, mit welchem Ernst und Bemühen um die Belange der Ortschaft diskutiert wird. Sei es wegen eines verkehrsberuhigten Bereichs vor dem Dorfgemeinschaftshaus oder der Frage, ob eine Dachform sich nun in das Ortsbild einfügen mag oder nicht. Man kennt sich eben, parteipolitische Belange tun hier nichts zur Sache.

Von Ernst Deuer, unserem Ortsvereinsvorsitzenden, weiß ich, wie sehr er und die anderen sich um Kandidatinnen und Kandidaten aus den Ortschaften bemüht haben. Wenn schon das Reservoir begrenzt und ggf. die Hürde des parteipolitischen Einstehens im Besonderen ein Weiteres bewirkt haben mag, so sehe ich quer durch alle Listenplätze bei uns ein klares und eindeutiges Bekenntnis zu der Ortschaftsverfassung und zu den Ortschaften selbst. Ich freue mich daher, daß dieses Thema bei unserem Programm Eingang gefunden hat mit der Forderung "Aulendorf ist mehr als nur vier Teile, sondern ein Ganzes". Die Vernetzung kann dabei nicht nur - aber auch - durch den Breitbandausbau erfolgen, sondern muß gelebt werden.

Während der Ortschaftsrat in die nichtöffentliche Sitzung übergeht, nehme ich Richtung Aulendorf die erste Abfahrt links. Keine schlechte Richtung.

22.03.2019 in Wahlkampftagebuch

"Ich bin doch nur das Echo!" vom 20.03.2019

 

von Joachim Marcel Stehle

Seit etwa einer Woche steht die Liste der Aulendorfer SPD für die Gemeinderatswahl fest. In der Stadt ist - so könnte man meinen - nichts oder wenig von Wahlkampf zu spüren. Nur gelegentlich erfährt man mehr als nur über Listenaufstellungen, Kandidatensuche und den Schwierigkeiten aller Listen und Parteien, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden.

Noch findet die Arbeit überwiegend im Hintergrund statt, wird an den Themen gearbeitet, werden Akzente gesetzt, von denen wir überzeugt sind, daß sie für viele in der Stadt wichtig sind.

Und doch ist etwas anders. Ich sehe meinen eigenen Platz als einen von vielen unter vielen. Bei jedem internen Vorbereitungstreffen berichten die anderen von ersten Reaktionen seit der Veröffentlichung der Wahlliste. So etwa Ursula Döbele, mit Platz 2 der Liste prominent platziert und unermüdlich unterwegs. Sie erzählt, daß sie von vielen auf ihre Kandidatur angesprochen wurde, daß viele sie ermutigen, dieses Engagement weiterhin zu zeigen. Derart viel positive Resonanz hätte sie so nicht erwartet.

Das macht Mut. Wahlkampf ist ein wesentliches Stück gelebte Demokratie und die Zeit bis zum Wahltag bekanntlich noch lang. Es ist zwar eine viel bemühte, aber dennoch wahre Metapher: unser Boot hat Fahrt aufgenommen und nimmt Kurs auf ein gemeinsames Ziel.

Die nächsten Termine

Die Aulendorfer SPD ist vor Ort:

27.05.2019, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
öffentlich
SPD Wahlparty
Gasthaus "Zum Rad"

Die Liste der Aulendorfer SPD zur Gemeinderatswahl

für die Gemeinderatswahl in Aulendorf treten an (in der Reihenfolge der Listenplätze): Prof. Dr. Ernst Deuer, Ursula Döbele, Pascal Friedrich, Anna Maja Kovacevic, Sahin Gündogdu, Irina Prokscha, Malte Rauch, Britta Wekenmann, Sebastian Vosseler, Maria Arnold, Franz-Erwin Kemper, Katharina Osczypala, Hans-Jörg Bitterwolf, Uli Nassal, Peter Ederer, Joachim Stehle, Jochen Gerstner und Rainer Marquart 

Unsere Liste für den Kreistag

Für die Aulendorfer SPD treten bei der Kreistagswahl im Wahlkreis V an:

  • Rainer Marquart
  • Irina Prokscha
  • Prof. Dr. Ernst Deuer 
  • Anna Maja Kovacevic